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EVE ARNOLD / REINER RIEDLER / SEHNSUCHTSORTE

Im Rahmen der diesjährigen Foto Wien zeigt die Galerie OstLicht frühe Arbeiten der Magnum-Legende Eve Arnold und präsentiert ausgewählte Fotografien des international bekannten österreichischen Fotokünstlers Reiner Riedler. Die aktuelle OstLicht Selection versammelt eine spannende Auswahl an „Sehnsuchtsorten“ namhafter Fotografinnen und Fotografen.

EVE ARNOLD

Stars ohne Retusche


Marlene Dietrich halb verzagt, halb belustigt hinter Notenblättern, Andy Warhol am Boden seines Studios kniend beim Sortieren von Prints, Orson Welles, der sich nach den Dreharbeiten abschminkt.

Die neue Werkschau im OstLicht widmet sich den ersten Erfolgen von Eve Arnold und spannt einen Bogen von ihren weltberühmten Celebrity-Porträts über Setaufnahmen von „The Misfits“ bis hin zu frühen Reportagen. Vintageprints, die zum Verkauf angeboten werden, sowie ausgewählte großformatige Abzüge aus einem raren Ausstellungsset zeigen Arbeiten aus den Jahren 1952 bis zum Ende der 1960er.

In einer Familie russisch-jüdischer Einwanderer in Philadelphia aufgewachsen, hatte Arnold erst in ihren 30ern zu fotografieren begonnen und schließlich eine Masterclass beim bedeutenden Grafikdesigner Alex Brodovitch besucht. Kurz darauf erhielt sie die Möglichkeit, für die Agentur Magnum zu fotografieren, wo sie 1957 – neben Inge Morath – als eine der ersten weiblichen Vollmitglieder aufgenommen wurde.

Ihre ungestellten, ohne Stativ, Posen- oder Lichtregie entstandenen Porträts von Marlene Dietrich, die 1952 im Esquire veröffentlicht wurden, unterschieden sich deutlich von den damals üblichen Studioporträts. Sie erweckten die Aufmerksamkeit von Marilyn Monroe, die mit der Fotografin Kontakt aufnahm und ab 1955 in vielen Sessions vertrauensvoll mit ihr zusammenarbeitete.

Respektvolles Interesse an den Dargestellten waren Arnolds Grundprinzipien bei der Porträtarbeit, ein Zugang der auch in ihren Aufnahmen von Dreharbeiten, politischen Zusammenkünften sowie den späteren Reisereportagen spürbar bleiben. Diese Haltung zeigt sich auch in den Bildern von anderen in der Ausstellung vertretenen Hollywoodstars, die ihr alle abseits der geschönten Studiosettings persönliche Einblicke gewährten. Arnold fotografierte Andy Warhol bei der Arbeit, Malcom X wild gestikulierend am Podium, Clark Gable beim Skriptstudium oder Orson Welles beim Abschminken in der Garderobe.

Ihr erstes Buch betitelte Arnold mit "The unretouched Woman" (1976). Doch obwohl sie besonders von weiblichen Modellen geschätzt wurde, sah sie sich selbst nicht als Feministin und wollte ihre Rolle nicht auf eine weibliche Fotografin reduziert wissen.

Biografie Eve Arnold
Eve Arnold (*1912, Philadelphia) machte ihre ersten Aufnahmen mit einer Rolleicord, einer zweiäugigen Mittelformat-Spiegelreflexkamera. Als sie ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckte, brach sie ihr Medizinstudium ab. 1948 heiratete Eve Arnold den Industriedesigner Arnold Arnold und schrieb sich in der New School for Social Research in New York ein. 1950 wurde ihre Reportage über Fashion Shows in Harlem in der Picture Post publiziert. Ein Jahr später begann ihre erste Zusammenarbeit mit der Agentur Photo Magnum, wo sie 1957 Mitglied wurde und in Folge Sozialreportagen und Hollywoodstars fotografierte. 1961 erhielt Arnold von Malcom X eine Einladung, ihn auf seiner Civil Rights Tour fotografisch zu begleiten. Kurz danach zog sie mit ihrem Sohn nach London und begann an Fotoreportagen für die Sunday Times zu arbeiten. Ab Mitte der 1960er-Jahre entstanden zahlreiche Reisereportagen unter anderen für Life, Esquire, Harper‘s Bazaar, Geo, Stern und die Farbbeilage der Sunday Times. 1971/1972 entstand ihr erster und einziger Film "Women Behind the Veil" über arabische Hammams und Harems. Arnold veröffentlichte insgesamt 14 Publikationen. Ihre erste Einzelausstellung „In China" hatte Eve Arnold 1980 im Brooklin Museum. Im gleichen Jahr erhielt sie den Lifetime Achievement Award der American Society of Magazine Photographers, dem zahlreiche Ehrungen folgten. Eve Arnold starb 2012 im Alter von 99 Jahren in London.

NEU IM GALERIE-PORTFOLIO

REINER RIEDLER


Mit nahezu 100 nationalen und internationalen Ausstellungen und fast einem Dutzend erfolgreich verkaufter Fotobände zählt Reiner Riedler zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen Österreichs. Nach der Prä-sentation einzelner Serien, u.a. im Pariser Centre Pompidou oder bei den Rencontres d´Arles, widmet ihm das Wiener Fotomuseum WestLicht aktuell die erste große Personale, die einen weiten Bogen über sein mehr als 30-jähriges Schaffen spannt.

Parallel dazu hat die Galerie OstLicht ihr Portfolio erweitert und zeigt ausgewählte Arbeiten in einer Verkaufsausstellung. Darin sind nicht nur Highlights aus Riedlers bekannten Serien wie „Fake Holidays“, „Russian Circus“ oder „Altered States“ vertreten, sondern auch Auszüge aus seinem bisher unveröffentlichten Zyklus „This Side of Paradise“, für den er seit mehr als 20 Jahren die exzessiven Auswüchse der modernen Eventkultur dokumentiert.

Der rote Faden, der sich durch die Arbeiten des in Wien lebenden Künstlers spannt, ist die intensive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Streben nach Glück. Dafür begleitet der „Chronist der Sehnsüchte“ seine Protagonisten in künstlichen Freizeitwelten, Swingerclubs oder zu Wiesenfesten – alles Orte, die zumindest eine kurzfristige Möglichkeit zur Flucht aus dem Alltag versprechen.

Ergänzend dazu bietet OstLicht auch eine Reihe bemerkenswerter Arbeiten aus Riedlers konzeptuellen Werkgruppen an, darunter Bilder von Filmrollen aus „The Unseen Seen“, mit denen er Emotionen rund um das Kino und den Abschied vom analogen Film schürt oder „WILL – The Livesaving Machines“, in denen er sich mit der Apparatemedizin und dem Wunsch nach ewigem Leben beschäftigt.

Die auf jeweils 5 Stück limitierten Editionen werden in zwei unterschiedlichen Formaten angeboten und stellen für arrivierte Sammler:innen wie Neueinsteiger:innen ein attraktives Angebot mit hohem Potential dar.

OstLicht Selection: Sehnsuchtsorte


Für die aktuelle OstLicht Selection hat das Team von Galeriebetreiber Peter Coeln eine erstklassige Auswahl von Fotografinnen und Fotografen versammelt, die besondere Orte auf ihre jeweils unnachahmliche Weise festgehalten haben. Dazu zählen etwa die sonnenbeschienenen Hügel Italiens in den Aufnahmen von Mario Giacomelli, das farbenprächtige, von René Burri festgehaltene weltberühmte Haus des Architekten Luis Barragán oder die süditalienischen Strandlandschaften von Piero Percoco.

In weiteren Exponaten lädt Franz Hubmann zum Spaziergang durch das Waldviertel und Roland Pleterski durch die Landschaften Kubas ein. Takeuchi Toshinobu beleuchtet malerische japanische Regionen und Cora Pongracz entführt die Betrachter:innen ins Wiener Kaffeehaus Tuchlauben.

Die drei Ausstellungen sind von 09.03. bis 30.04.2022 in der Galerie OstLicht, Absberggasse 27, 1100 Wien, zu sehen. Die Galerie ist Mittwoch bis Samstag von 12 bis 18 Uhr – und nach Vereinbarung – geöffnet.

Ausstellung
9.Mär. bis 30.Apr.2022
Mi - Sa 12:00 - 18:00 Uhr und nach Vereinbarung
Absberggasse 27, Stiege 3, 1. Stock A-1100 Wien
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